E Commerce – Der Google Buy Button

In den SERPs Buy-Button – Der E-Commerce wird sich von Google vorgeknöpft

In den USA ist in Googles SERPs der Buy-Button schon in der Beta-Phase vorhanden. Stellt das für den E-Commerce eine Bedrohung dar, wie wir diesen kennen?

Mit dem Buy-Button geht Google in die kommende Runde. Der Erwerb aus diesen mobilen SERPs, ohne dass das Google-Umfeld verlassen werden muss, wird mehr Anbietern zugänglich gemacht sowie ist an den E-Commerce ein klares Signal.

Durch Purchases on Google wird der Buy-Button ausgeweitet

Wie bei Search Engine Land Ginny Marvin berichtet, ist nun Purchases on Google in der Beta-Phase. Hierbei geht es konkret um einen Buy-Button bei den mobilen Shopping-Anzeigen, welcher unmittelbar aus diesen SERPs auf eine Google-Landingpage führt, damit da das gewünschte Produkt erworben werden kann. Dann leitet Google die Bestellung an die jeweiligen Anbieter weiter. Jedoch ist dafür die Voraussetzung, dass das Payment-System Google Wallet eingerichtet wurde.

Google Buy Button USA

Screenshot einer Anzeige von UGG mit Buy-Button, © Search Engine Land

Anscheinend lief vor zwei Jahren der Test trotz aller Herausforderungen erfolgreich

Diese Idee ist keineswegs neu. Schon 2015 wurde das erste Mal die Funktion von der Suchmaschine getestet. Under Armour und UGG sind die ersten Händler, welche über die SERPs ihre Kleidung vertreiben. Google hat sich noch keineswegs offiziell in diesem Zusammenhang geäußert. In dem Google Merchant Center ist purchases on Google bisjetzt nur in dem US-amerikaischen Raum vorgekommen. Ginny Marvin wundert sich über den Rollout, weil mit diesem Buy-Button ein paar Probleme einhergingen:

„The program has faced its share of challenges that come with integrating multiple systems, from tracking issues to data integrations to retailer concerns about being able to market to customers that buy via Google. Impression volume for these ads remains relatively low – in roughly the 20-30 percent range, I’ve been told by people involved in the pilot. However, Google extended the program to tablets a few months ago, added availability to more retail categories, and customers are now opted in by default to receive marketing and promotions from the retail.“

Purchases on Google im Merchant

Purchases on Google im Merchant Center, © Search Engine Land

Folgen für den E-Commerce

An den Online-Handel ist die Ansage klar. Was Google will, ist, dass das eigene Ökosystem von den User zum Einkaufen keineswegs mehr verlassen wird. Somit steht dieser Gigant keineswegs alleine da, weil alle Händler versuchen, die Userbase so lange wie möglich auf der Web-Plattform zu halten. Jedoch ist Google ein starker Gegner. Immer noch werden die Produkte von den Nutzern auf eBay oder Amazon gesucht. Drängt jetzt Google mit einer komfortablen E-Commerce-Möglichkeit auf den Markt, ist es möglich, dass die Konsequenzen für weitere Player katastrophal sein, da dieser aus Mountain View stammende Konzern keineswegs gerade hierfür bekannt ist, dass er seine Wettbewerber schont.

Selbst der Chief Executive Officer dieser Analytics-Plattform Webtrekk, Christian Sauer, äußert sich kritisch gegenüber dem Buy-Button von Google:

„Mit dem Buy-Button erweitert Google sein Produktportfolio um einen sehr logischen Schritt. Natürlich geht es für Google offiziell nur um den Kunden und seine Convenience. Für kleinere E-Commerce Unternehmen ergibt diese Dienstleistung aber Sinn. Gegen eine geringe Servicegebühr erhalte ich Marketing und die Paymentleistungen im Paket und muss mein Produkt nur noch dem Logistiker übergeben.“

Größere Unternehmen sollten sich in meinen Augen nun noch genauer überlegen, ob sie ihre Daten in den Walled Garden von Google geben. Schließlich wird man zum Logistiker degradiert und begibt sich in eine noch stärkere Abhängigkeit. Leider sehen viele Unternehmen darin die einzige Möglichkeit, in diesem hart umkämpften Markt gegen Amazon zu bestehen. Ich würde mir wünschen, dass mehr Unternehmen den Wert von eigenen Daten verstünden, anstatt ihre Daten mit zweifelhaftem Gegenwert an die GAFAs zu verschleudern.“

Das große Problem der Lösung von Google ist, dass hier die Anbieter weitgehend ausgegliedert und anonymisiert werden. Jedoch wird von einem voreingestellten Opt-In und stark gebrandeten Landingpages für Promotions vom Händler gesprochen. Damit ist es wichtig, dass die Retailer begünstigt werden. Die Shopping-Erfahrung ist auf weiteren Plattformen wie etwa Amazon allerdings immer noch was völlig anderes.